Unternehmen nach Umsatzgröße
Friseurmarkt verstehen
Umsatz ist nicht gleich Einkommen
Die Umsatzgröße sagt viel über die wirtschaftliche Lage eines Betriebes aus – aber sie erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Besonders auffällig ist die Zahl der Friseurunternehmen, die mit weniger als 125.000 Euro Jahresumsatz arbeiten.
Für die Jahre 2023/2024 betrifft das nach den vorliegenden Zahlen rund 73 Prozent der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe. Hinzu kommen zahlreiche umsatzsteuerbefreite Kleinstbetriebe, die in dieser Betrachtung nicht enthalten sind. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick hinter die Umsatzgrenze.
Rechnet man bei 125.000 Euro Umsatz mit einer Gewinnspanne von rund 20 Prozent vor Steuern, bleiben rechnerisch etwa 25.000 Euro im Jahr. Das sind ungefähr 2.000 Euro brutto im Monat – bevor die selbst zu tragenden Sozialabgaben abgehen.
Es geht nicht darum, eine Zahl dramatischer zu machen, als sie ist. Aber sie macht sichtbar, unter welchem Druck viele Inhaberinnen und Inhaber stehen. Nach Abzug der eigenen Absicherung bleibt in vielen Fällen ein Einkommen, das kaum über dem der eigenen Mitarbeitenden liegt.


Die Einordnung
73 Prozent der Unternehmen verzeichnen weniger als 25.000 Euro Gewinn im Jahr. Das ist kein Randthema, sondern ein wesentlicher Teil des Friseurmarktes. Wer über Preise, Leistungen und faire Arbeitsbedingungen spricht, sollte diese Realität mitdenken.

