Ich mache mich selbstständig!
Ein Entschluss mit Folgen
Konflikte lösen – aber wie?
Konflikte lassen sich auf verschiedene Arten lösen. Dulden und Schweigen ist die häufigste – aber zugleich die schlechteste. Beide Seiten verlieren, blockieren sich gegenseitig und verhindern Entwicklung.

🧾 Kündigung – gut überlegt?
„Dann kündige ich eben!“ – eine Möglichkeit, aber keine einfache.
Wer ohne triftigen Grund kündigt, riskiert eine Sperre beim Arbeitslosengeld.
Zudem wirft ein häufiger Salonwechsel Fragen bei zukünftigen Bewerbungen auf.
💬 Ein Beispiel aus der Praxis
Eine Mitarbeiterin forderte nach zwei Jahren eine übertarifliche Lohnerhöhung –
die aufgrund mangelnder Umsatzentwicklung abgelehnt wurde.
Sie wechselte in den Einzelhandel – wegen 150 € mehr im Monat.
Monate später traf ich sie wieder. Ihre Worte:
„Ich habe jetzt 150 € mehr – aber brutto! Mit Trinkgeld hatte ich vorher mehr auf der Hand. Das wusste ich nicht.“
💶 Trinkgeld – oft unterschätzt
Auch wenn es kein offizieller Lohnbestandteil ist:
Trinkgeld ist verfügbares Einkommen.
Wer monatlich 100 € Trinkgeld erhält, müsste in anderen Berufen ca. 200 € brutto mehr verdienen, um dasselbe netto zu haben.
📊 Umsatz – ein Rechenfehler mit Folgen
Ein Kollege meinte:
„Ich mache 6.000 € Umsatz, bekomme 2.000 € brutto – der Chef steckt sich 3.000 € ein. Fürs Nichtstun – das kann ich auch!“
Er machte sich selbstständig – und war nach neun Monaten pleite.
Betriebswirtschaft ist keine Stärke vieler Friseure.
Deshalb: Gründliche Beratung vor der Existenzgründung ist Pflicht!
⏳ Realität der Selbstständigkeit
Viele Friseurunternehmer*innen starten mit Hoffnung –
und arbeiten später doppelt so viel, um das gleiche Netto wie früher zu verdienen.
Das ist alles andere als lohnenswert –
deshalb: vorher nachdenken, rechnen, beraten lassen.

