Vom ehrbaren Handwerk zur Ramschware
diese Entwicklung beschreibt den tiefgreifenden Wandel, den die Friseurbranche in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat. Was einst als stolze Zunft galt, geprägt von handwerklicher Präzision, persönlicher Beratung und menschlicher Nähe, wurde zunehmend durch Discountsalons und Billiganbieter entwertet.
Unseriöse Geschäftspraktiken, Lohndumping und mangelnde Qualität verdrängten die echte Handwerkskunst. Der Mensch geriet aus dem Fokus, Beratung wich Verkaufsdruck, und die Würde des Berufsstandes begann zu bröckeln.
Inmitten dieses Umbruchs entstand 2008 die Wertegemeinschaft „Der faire Salon“.
Initiiert wurde sie von Friseurunternehmer und Fachautor Rene Krombholz, der dem Werteverfall nicht tatenlos zusehen wollte weil er die jetzt eingetretenen Folgen schon damals voraussah.
Es entstand eine Plattform für Friseurunternehmen, die sich bewusst gegen den Trend der Entwertung stellten. „Der faire Salon“ wurde zur Antwort auf die Krise – nicht als Protest, sondern als konstruktive Bewegung für Qualität, Respekt und ein gutes Miteinander.
Von Beginn an setzte die Initiative auf starke Partnerschaften. Mit Unterstützung von TOP HAIR International und Schaefer & Partner Consulting gelang es, die Wertegemeinschaft in der Branche sichtbar zu machen. Durch Aufklärung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit und ein wachsendes Netzwerk wurde „Der faire Salon“ zu einem Leuchtturm für alle, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind – gegenüber Mitarbeitenden, Kund:innen und dem eigenen Selbstverständnis als Handwerker:in.
Heute, mehr als 15 Jahre später, zeigt sich: Die Werteorientierung ist aktueller denn je. In einer Zeit, in der viele Branchen nach Sinn und Stabilität suchen, bietet „Der faire Salon“ nicht nur Orientierung, sondern auch neue Sinngebung für diesen Beruf. Die Bewegung steht für eine Branche, die sich ihrer Wurzeln erinnert und gleichzeitig den Blick nach vorn richtet – mit Haltung, Herz und Handwerkskunst.


