
Schattenwirtschaft und „Geiz ist geil“ –
Eine Herausforderung für das Friseurhandwerk
Schattenwirtschaft und „Geiz ist geil“ – Eine Herausforderung für das Friseurhandwerk
Steuerfreie Kleinstbetriebe und ihre Wirkung
Rund 30 % der Friseurbetriebe in Deutschland melden einen Jahresumsatz unter 25.000 €. Damit gelten sie als steuerfrei – sie zahlen weder Umsatz- noch Gewerbesteuer. Für alle anderen gilt: 19 % Umsatzsteuer plus Gewerbesteuer gehen direkt an den Fiskus. Diese Ungleichheit belastet die Branche und verzerrt den Wettbewerb.
Verdeckte Tätigkeiten und Arbeitsplatzverlust
Einige Tausend Friseurinnen und Friseure haben in der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren. Doch viele von ihnen arbeiten weiter – nur eben nicht offiziell. Diese Schattenwirtschaft untergräbt die wirtschaftliche Stabilität seriöser Salons und erschwert faire Preisgestaltung.
Billigangebote und fehlende Aufklärung
Wenn eine Leistung anderswo deutlich günstiger ist, greifen viele Kundinnen und Kunden zu – das ist verständlich. Der Erfolg der Billigfriseure liegt nicht nur im Preis, sondern auch darin, dass viele Kundinnen den Unterschied nicht kennen. Und: Die „normalen“ Friseure erklären ihn ihnen nicht.
Hier liegt eine große Chance: Mehr Aufklärung, mehr Anreize, mehr Profil. Wer anders ist als andere, wird auch anders wahrgenommen.
Preisbewusstsein in anderen Branchen
In anderen Bereichen ist der Unterschied klar:
McDonald’s vs. Restaurant
H&M vs. Armani
Doch beim Friseur? Der Unterschied zwischen einem 10-Euro-Haarschnitt und einer typgerechten, professionellen Dienstleistung ist vielen nicht bewusst – und wird selten kommuniziert.
Fazit
Die Friseurbranche muss sich klar positionieren: Qualität braucht Erklärung, Werte brauchen Kommunikation. Wer sich abhebt, wer seine Leistung sichtbar macht, wird auch wahrgenommen – und wertgeschätzt.

