
Wie bringe ich mein Team ins Boot?
Neue Standards? Klingt erstmal nach mehr Arbeit. Und ja – es ist Arbeit. Aber es ist auch eine Riesenchance: für mehr Klarheit, mehr Miteinander und ein Berufsbild, das endlich zeigt, was wir wirklich leisten.
Damit dein Team nicht nur mitläuft, sondern mitdenkt, braucht es Beteiligung. Denn wer mitgestalten darf, fühlt sich ernst genommen – und bringt sich ganz anders ein.
Hier ein Weg, wie du das Ganze gemeinsam angehen kannst:
Schritt 1: Den Rahmen setzen
Mach klar, warum ihr Standards braucht. Nicht als Kontrolle, sondern als gemeinsame Basis.
Zum Beispiel:
Damit der Friseurbesuch zum Erlebnis wird
Damit Qualität nicht Zufall ist
Damit eure Haltung sichtbar wird – für Kund:innen und für euch selbst
Plane einen Workshop – locker, kreativ, mit Raum für echte Gespräche.
90 Minuten reichen. Vielleicht nach Feierabend, mit Snacks und Musik. Wichtig ist: Es fühlt sich nicht wie Pflicht an.
Schritt 2: Gemeinsam entwickeln
Starte mit Fragen, die zum Nachdenken anregen:
Was bedeutet „fair“ oder „hochwertig“ für euch persönlich?
Was sollen Kund:innen über uns sagen, wenn sie rausgehen?
Wie gehen wir mit Reklamationen um – fair und professionell?
Wie machen wir Beratung wertvoller?
Lasst alle Ideen auf den Tisch. Diskutiert, was verbindlich sein soll – und was als Empfehlung bleibt. So entsteht ein gemeinsames Verständnis, kein Regelkatalog.
Schritt 3: Sichtbar machen
Formuliert eure Leitsätze gemeinsam – klar, positiv, alltagstauglich.
Zum Beispiel: „Wir sprechen Probleme direkt an – respektvoll und lösungsorientiert.“
Gestaltet ein Poster, eine Wertetafel oder ein kleines Handbuch. Lasst jemand Kreatives aus dem Team mitgestalten – das schafft Stolz und Identifikation.
Und: Eine Unterschrift von allen zeigt: Das ist unser Ding.
Schritt 4: Dranbleiben
Standards leben nur, wenn sie Teil des Alltags sind.
Mach kurze „Werte-Momente“ – z. B. einmal im Monat.
Sprich bei Entscheidungen offen darüber, wie sie zu euren Standards passen.
Und: Gib Lob, wenn jemand die Werte besonders gut umsetzt. Das motiviert.
Kommunikation, die wirkt
Sprich auf Augenhöhe: „Wir wollen gemeinsam …“ statt „Ab jetzt gilt …“
Nutze echte Beispiele aus dem Alltag
Wiederhole die Werte in kleinen Dosen – nicht nur im Meeting, sondern auch zwischendurch
Lass das Team mitgestalten – je mehr eigene Ideen drinstecken, desto stärker die Verbindung
Tipp: entwickel ein Motto, das euer Team wirklich trägt. Bereit?
Standards leben – nicht nur einmal festlegen
Damit eure gemeinsam entwickelten Werte und Standards nicht im Workshop-Ordner verschwinden, braucht es drei Dinge: Wiederholung, Verbindlichkeit und Konsequenz.
1. Regelmäßige Erinnerung
Werte sichtbar halten
Hängt eure Leitsätze gut sichtbar im Salon auf – nicht als Deko, sondern als Statement.
Nutzt kleine Reminder im Alltag: z. B. Karten am Arbeitsplatz, kurze Fragen im Teamchat („Was war heute besonders fair?“).
Fixe Formate schaffen
Einmal im Monat: „Werte-Moment“ im Teammeeting – 10 Minuten reichen.
Einmal im Quartal: Mini-Check-in zu den Standards – was läuft gut, was braucht Nachjustierung?
Neue Mitarbeitende einführen
Standards gehören zur Einarbeitung. Nicht als Regelwerk, sondern als Teil der Teamkultur.
2. Kontrolle mit Augenmaß
Feedback statt Kontrolle
Beobachte, wie die Standards im Alltag gelebt werden – und sprich es an.
Nutze positives Feedback: „Das war ein tolles Beispiel für respektvollen Umgang.“
Wenn etwas nicht passt: Frag nach, statt zu rügen. „Was hat dich in der Situation gestört?“ öffnet mehr als „Das war nicht korrekt.“
Team-Checks statt Einzelkritik
Lass das Team regelmäßig selbst reflektieren: „Wo leben wir unsere Werte gut? Wo nicht?“
So entsteht Selbstverantwortung – nicht Überwachung.
3. Konsequenzen – klar und fair
Verbindlichkeit schaffen
Standards gelten für alle – auch für Führungskräfte.
Wenn sie wiederholt missachtet werden, braucht es ein Gespräch. Nicht als Strafe, sondern als Klärung:
„Wir haben das gemeinsam beschlossen – was brauchst du, um das umzusetzen?“
Konsequenzen transparent machen
Wenn Verhalten dauerhaft gegen die Werte geht, muss das Folgen haben – z. B. Ausschluss aus bestimmten Aufgaben, klare Ansprache oder im Extremfall Trennung.
Wichtig: Nicht aus dem Affekt, sondern nachvollziehbar und fair.

