Petition für fairen Wettbewerb

Die Petition startet nun in einem zweiten Anlauf. Bereits 2012 hatte René Krombholz eine ähnliche Initiative eingereicht. Die damalige Antwort des Deutschen Bundestages lautete: – „Es ist keine Wettbewerbsverzerrung erkennbar.“ – „Die Höhe des Umsatzes muss den Unternehmen freigestellt bleiben.“

Aus heutiger Sicht zeigt sich deutlich: Das war ein Trugschluss. Die Wettbewerbsverzerrungen sind real, sichtbar und belasten die gesamte Branche.

Die Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ fordert daher: Einen einheitlichen Steuersatz für alle Salons oder eine zeitliche Befristung der Steuerbefreiung, die ausschließlich in der echten Startphase eines Unternehmens gelten sollte.

Titel: Regionale Initiative fordert faire Wettbewerbsbedingungen im Friseurhandwerk

Text: Der Düsseldorfer Friseurmeister und Branchenjournalist René Krombholz hat eine neue Petition gestartet, die sich für faire Wettbewerbsbedingungen im Friseurhandwerk einsetzt. Die Initiative stammt aus der Wertegemeinschaft „Der faire Salon“, die sich seit Jahren für Transparenz, Qualität und soziale Verantwortung im Beruf engagiert.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Kleinunternehmerregelung: In Deutschland ist jeder dritte Friseursalon von der Umsatzsteuer befreit, weil der Jahresumsatz angeblich unter der gesetzlichen Grenze liegt. Diese Steuerbefreiung bedeutet, dass diese Betriebe keine Umsatzsteuer abführen müssen und dadurch Preisvorteile gegenüber regulären Salons haben. Viele nutzen diese Ersparnis direkt für die Preisgestaltung – ein Effekt, der Kundinnen und Kunden kaum auffällt, aber den Wettbewerb massiv verzerrt.

Besonders kritisch sieht Krombholz die wirtschaftliche Realität vieler dieser Kleinstbetriebe: Wer gegenüber dem Finanzamt einen Gesamtumsatz von unter 2.000 Euro pro Monat angibt, muss sich zwangsläufig fragen lassen, was nach Abzug von Miete, Energie, Waren, Versicherungen und weiteren Betriebskosten überhaupt übrig bleibt. Für Lebensunterhalt? Altersvorsorge? Weiterbildung oder betriebliche Entwicklung? „Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, so Krombholz. „Eine solche Struktur kann allenfalls in der Startphase eines Unternehmens funktionieren – aber nicht dauerhaft als Geschäftsmodell.“

Hinzu kommt: Kleinunternehmer werden so gut wie nie geprüft, während voll steuerpflichtige Salons regelmäßig Kontrollen, Dokumentationspflichten und Betriebsprüfungen durchlaufen. Das führt zu einer weiteren Schieflage im Wettbewerb.

Die wirtschaftliche Lage im Friseurhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft: steigende Kosten, Fachkräftemangel und ein intensiver Preiswettbewerb setzen vielen Betrieben zu. Die Petition fordert deshalb eine Überarbeitung der Kleinunternehmerregelung, damit alle Marktteilnehmer unter vergleichbaren Bedingungen arbeiten können.

Zitat von René Krombholz: „Wir brauchen faire Rahmenbedingungen für alle. Nur so können Friseurbetriebe weiterhin ausbilden, investieren und gute Arbeitsplätze sichern.“

Die Petition richtet sich an die Bundespolitik und soll auf die wirtschaftliche Lage vieler Friseurinnen und Friseure aufmerksam machen. Unterstützerinnen und Unterstützer können online unterschreiben.

Der direkte Weg zur Petition ist hier

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